Selbstbestimmt leben und lieben – auch im Alter

OO1A6836-2
Von links nach rechts: Oliver Strotzer (SPDqueer Sachsen), Georg Roth (B.I.S.S.), Petra Köpping (Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration), Carolina Brauckmann (Dachverband Lesben und Alter), Sigmar Fischer (B.I.S.S.), Britta Borrego (LAG Queeres Netzwerk Sachsen), Percy Rooks & Frank Paul (gaystammtisch 50 plus/minus), Kathrin Darlatt (Stadt Leipzig)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 17. August 2017 führte die LAG Queeres Netzwerk Sachsen gemeinsam mit der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (B.I.S.S.) die Informationsveranstaltung Sichtbarkeit und Wahrnehmung, Selbstorganisation und Interessenvertretung älterer LSBTI. Erfahrungen und Perspektiven. Ziele, Maßnahmen und Strukturen. in der Volkshochschule Leipzig durch.

Ausgangspunkt war die Workshopreihe „Vor Ort-Arbeit stärken: Sichtbarkeit, Partizipation und Selbstorganisation älterer schwuler Männer auf kommunaler und regionaler Ebene“ der Bundesinteressenvertretung, die neben Leipzig auch in zwei anderen Städten durchgeführt wurde. Durch einen Impuls des gaystammtisch 50plus/minus, angesiedelt beim Gerede – homo, bi und trans e.V. Dresden, stiegen wir als LAG Queeres Netzwerk Sachsen als Kooperationspartnerin in das Vorhaben ein. Unterstützt wurden wir dabei von Oliver Strotzer, dem Vorsitzenden der SPDqueer Sachsen, der die Veranstaltung auch moderierte. Petra Köpping, die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, übernahm die Schirmherrschaft. Circa 40 Personen folgten unserer Einladung in die Volkshochschule.

OO1A6643-2

OO1A6867-3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ziel unserer Veranstaltung war es, die spezifischen Erfahrungen, Bedarfe und strukturellen Rahmenbedingungen in Sachsen in Hinsicht auf Selbstorganisation, Sichtbarkeit und Teilhabe älterer LSBTI vorzustellen und sie mit denen zweier Kolleg_innen aus Köln zu vergleichen. Dort sind am RUBICON e.V. mittels kommunaler Förderung zwei Landesstellen für die offene Senior_innenarbeit geschaffen worden. Georg Roth und Carolina Brauckmann koordinieren dort die Selbsthilfe, Vernetzung und Sichtbarkeit älterer Schwuler und Lesben. Daneben stellten sie auch ihre Perspektiven als Vorstandsmitglieder innerhalb der B.I.S.S. (G. Roth) und des Dachverbands Lesben und Alter e.V. (C. Brauckmann) zur Thematik vor.

OO1A6769-2

OO1A6703-2

Nicht zuletzt durch die Sichtweisen des gaystammtisch 50 plus/minus und den Input von Silvia Rentzsch vom Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V. wurde dabei deutlich, dass Eigenengagement durch institutionelle Strukturen und gesellschaftliche Aufmerksamkeit unterstützt werden muss, um nachhaltig die Lebenssituation älterer LSBTI zu verbessern.

OO1A6791-2

Gemeinsame Erkenntnisse unserer Referent_innen und Gäste waren die Notwendigkeit spezifischer Sozialräume für gemeinsame Aktivitäten und Austausch und einer sensiblen Betreuung im Alter, die die Biographien älterer LSBTI respektiert und schützt. Für Trans* und Inter* wurde neben der Forderung nach Rahmenbedingungen, die ein selbstbestimmtes Altern zulassen, jedoch deutlich, dass nach wie vor die Auseinandersetzungen mit der Pathologisierung durch die Medizin, mit sozialer Stigmatisierung und Alltagsdiskriminierung am dringlichsten sind.

Auf dem abschließenden Podium kamen Georg Roth, Silvia Rentzsch, Kathrin Darlatt als gleichstellungspolitische Referentin der Stadt Leipzig sowie die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping mit Oliver Strotzer zu Fragen der Verstetigung und Schaffung von Rahmenbedingungen in Sachsen ins Gespräch.

OO1A6937-2

Man war sich einig, dass die Beachtung und Inklusion vielfältiger Lebensweisen und Lebenswirklichkeiten seitens der Einrichtungen und Institutionen der Altenhilfe und Altenpflege, der Seniorenvertretungen auf kommunaler und Landesebene sowie der Entscheidungsträger_innen im Bereich der Sozialpolitik dringend notwendig ist. Petra Köpping betonte hierbei ihre Unterstützung. Unser zukünftiger Fokus wird somit neben weiteren Informations- und Fachtagen zum Thema darin liegen, in den Gremien der Senior_innenarbeit und -politik in Sachsen unsere Anliegen präsent und deutlich zu machen und fleißig Vernetzungsarbeit zu betreiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.