Forschungsprojekt: Aufarbeitung der Verfolgung Homosexueller in Sachsen

Mit dem Monat April startet am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Verfolgung Homosexueller in Sachsen von 1933 bis 1968. Sachsens Wissenschaftsministerium fördert dieses Forschungsprojekt umfassend bis 2020. Damit können endlich die dunkelsten Kapitel der Verfolgung Homosexueller in Sachsen aufgearbeitet werden. Ziel des Forschungsvorhabens ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der staatlichen Verfolgung Homosexueller in Sachsen in den Jahren der NS-Diktatur und unter dem DDR-Regime bis zur Aufhebung des § 175 StGB im Jahr 1968.

Als Sächsischer Dachverband der Interessenvertretungen von LSBTTIQ* begrüßen wir das Projekt ausdrücklich! Wie dringend nötig die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Kapitels sächsischer Geschichte ist, zeigen der auch heute noch weitverbreitete Wertekonservatismus in unserer Gesellschaft und die damit verbundenen Ausgrenzungen und Anfeidungen nicht nur von Schwulen in Sachsen. Zeitzeugen, die Opfer dieser Verbrechen geworden sind, gibt es immer weniger. Umso wichtiger ist es die Geschichte aufzuarbeiten und die richtigen Leeren aus der Vergangenheit zu ziehen und dafür zu sorgen, dass niemand mehr aufgrund der eigenen sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität verfolgt wird.
 
Für das Forschungsprojekt werden ab dem 01.05.2018 noch zwei studentische Hilfskräfte gesucht. Bewerbungen mit Motivationsschreiben und Lebenslauf bitte bis 13.4.2018 per E-Mail an hait@msx.tu-dresden.de. Auch werden noch ZeitzeugInnen gesucht, die über das homosexuelle Leben im Sachsen der 40er, 50er und 60er Jahre berichten können.
 
Weiter Informationen und Hintergründe über die Verfolgung von Homosexuellen in der NS-Zeit können unter www.rosa-winkel.de und in der Meldung des Wissenschaftsministeriums nachgelesen werden.

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