Demokratische Diskussionskultur und Zivilcourage stärken: LAG beim Netzwerktreffen Tolerantes Sachsen

Am 22. November 2016 haben unsere beiden hauptamtlichen Mitarbeiter_innen, Britta Borrego und Martin Wunderlich, am Netzwerktreffen des Toleranten Sachsen in Zwickau teilgenommen. Diese Zusammenkunft war Teil einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe mit je eigenen thematischen Schwerpunkten. Im alten Gasometer Zwickau trafen sich ab 14:15 Uhr Vertreter_innen aus knapp 20 Organisationen und diskutierten miteinander zum Thema „Meinungsfreiheit heißt nicht, jeden Mist unwidersprochen äußern zu dürfen! Rassistischen Umtrieben begegnen“.

Den Kern der 2. TolSax bildeten zwei parallel stattfindende Paneldiskussionen. Die erste stand unter dem Motto „Rassistische Kundgebungen – Kreative Gegenstrategien“, an der Britta für die LAG teilnahm. Das zweite Panel trug den Titel „Vorurteile begegnen – Diskussionskultur stärken“, an dem sich Martin für die LAG beteiligte. Gerade diese zweite Diskussionsrunde sollte jede Menge Input und fachlichen Austausch bereithalten. Zunächst sprachen wir in dieser Runde kurz über die ganz individuellen Probleme und Herausforderungen, vor denen die Anwesenden bei ihrer Arbeit stehen. Hier zeigte sich, dass die Schwierigkeiten ebenso vielfältig sind, wie die beteiligten Vereine. So wurde beispielsweise der fehlende Zugang zu bestimmten gesellschaftlichen Gruppen, aber auch verbreitete Ressentiments in Institutionen und Behörden ebenso genannt, wie die mangelnde Sensibilisierung und Unterstützung von Lehrer_innen an Sächsischen Schulen.

Im Anschluss gaben einige Vertreter_innen der Runde einen fachlichen Input über die jeweilige Arbeit und die gemachten Erfahrungen. Petra Zais (MdL, Bündnis90/DIE GRÜNEN) sprach über den parlamentarischen Umgang mit der AfD im Sächsischen Landtag. Danach informierte uns Alexander Beuschel von der Mobilen Jugendsozialarbeit Zwickau Nord über seine Arbeit mit Jugendlichen. Vor allem sein Konzept der „abwertungsfreien Kommunikation“ bei beständigem Zuhören, Nachfragen und Hinterfragen machte Eindruck. Zwei Mitarbeiter_innen vom NDC Chemnitz berichteten anschließend über die Möglichkeiten und Einschränkungen gezielter Argumentationstrainings.

Je länger die Paneldiskussion dauerte, desto größer wurde der gegenseitige Redebedarf. Hier wurde deutlich, wie sehr die einzelnen Organisationen von der Expertise der jeweils anderen profitieren können. Bei einem Abendimbiss konnten die vielen Themen und individuellen Eindrücke in Kleingruppen durch lockere Gespräche noch einmal vertieft werden, bevor es zum Abschluss daran ging, Möglichkeiten für gemeinsame Strategien auszuloten.

Was wir als LAG Queeres Netzwerk Sachsen von der TolSax Konkret 2 aus Zwickau mitnahmen, sind jede Menge neuer Kontakte, viel fachlicher Input und die Gewissheit, dass Haltung in diesen Tagen wichtiger ist denn je. Wir freuen uns auf weiter Möglichkeiten der Zusammenarbeit, der Vernetzung und des Austausches mit dem Netzwerk Tolerantes Sachsen und seinen Mitgliedern.