11. September 2018: „Geschlecht: entweder drei oder keins.” Unser Fachtag zur dritten Geschlechtsoption

Am 11. September 2018 fand im Deutschen Hygienemuseum in Dresden unser Fachtag zur dritten Geschlechtsoption statt. Mit seinem Beschluss vom 10. Oktober 2017, dass das Personenstandsrecht neben „männlich“ und „weiblich“ einen weiteren, positiven Geschlechtseintrag zulassen oder die rechtliche Registrierung von Geschlecht ganz abgeschafft werden muss, hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts dem im Grundgesetz verankerten allgemeinen Persönlichkeitsrecht sowie dem Diskriminierungsverbot stattgegeben. Die bis Ende des Jahres anstehende Gesetzesänderung erfordert durch ihre gesamtgesellschaftliche Brisanz ein adäquates Umdenken und entsprechendes Handeln in den gesellschaftlichen Bereichen, die momentan heterosexuell und zweigeschlechtlich bestimmt sind.

Mit dem Fachtag mit bundesdeutscher Bedeutung hat sich unser Dachverband dieser Thematik angenommen. Gemeinsam mit Aktivist*innen, Expert*innen und Fachkräften aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheit und Familie haben wir uns den ganz praktischen Auswirkungen der Neuregelung des Personenstands gewidmet.

Unterstützt durch Koryphäen auf ihren Gebieten, wie Prof*in Dr*in Konstanze Plett , LL.M., Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Lucie G. Veith, Carolin Vierneisel & Şefik_a Gümüş, haben wir zusammen mit rund 100 Teilnehmenden aus ganz Deutschland Bedarfe, zu ergreifende Maßnahmen, aber auch Schwierigkeiten eruiert. Dabei wurde allgemein fehlendes Wissen, fehlende Aufklärung und ein genereller Mangel an verfügbaren Informationen festgestellt. Dies wiederum führt besonders bei Praktiker*innen zu Handlungsunsicherheiten. Um an diesem Punkten anzusetzen, sollte das allgemeine Antidiskriminierungsgebot gestärkt werden und damit geschlechtliche Vielfalt als soziale Realität anerkannt werden.

Wie dies erreicht werden könnte, wurde am 12. September 2018 im Rahmen unserer Expert*innenkommission diskutiert. Hierbei sind alle Ergebnisse des Fachtags vom Vortrag aufgegriffen und besprochen worden. Im Ergebnis wurde eine breit aufzustellende “Bildungsoffensive” als wichtiges Instrument identifiziert. Sie soll die Vernetzung ausbauen, das Angebot an Weiterbildungen und Sensibilisierungen verbessern und das gesamte Spektrum in den Bereichen Kultus und Soziales abdecken. Damit könnten langfristig Ängste und Stereotype abgebaut und eine Öffnung der Gesellschaft für geschlechtliche Vielfalt befördert werden.

Diese Eckpunkte und alle weiteren Ergebnisse von Fachtag und Expert*innenkommission werden in den kommenden Wochen und Monaten intensiv aufgearbeitet und zügig in Handlungsempfehlungen überführt. Mit diesen kann unser Dachverband dann an die politischen Entscheidungsträger*innen in Sachsen herantreten, um zu sondieren wie Herausforderungen und Chancen der Neuregelung des Personenstands bewältigt werden können.

 

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