Regenbogenfamilien in Sachsen

Viele Kinder in Sachsen wachsen in Familien auf, in denen sich mindestens eine Sorgeperson als lesbisch, schwul, bisexuell, trans, nichtbinär, inter und/oder queer verortet. Regenbogenfamilien sind in der ständigen Beweispflicht, eine „echte“ Familie und gute Eltern zu sein. Wir wollen uns mit Ungleichbehandlungen und Benachteiligungen nicht abfinden und für mehr Sichtbarkeit sorgen.

Bis zum 06. Juni stellen wir euch verschiedene Familien vor und lassen sie aus ihren Leben erzählen.

Das hier ist eine davon:

“Wir sind eine Familie – und vereinen viele unterschiedliche Lebenserfahrungen. B., inzwischen 4, liebt es, seine Umgebung zu erklettern und findet es großartig, dass seine Mama einen Schoß hat, auf den er jederzeit aufsteigen kann. Und ich bin dankbar und stolz, mit meiner angeborenen Behinderung und dem Privileg, auf meinem Weg viel Unterstützung erfahren zu haben, B.s Wunsch-Solo-Mutter sein zu können.

Es gibt einige wie uns – aber in unserem Alltag sind wir oft die ersten unserer Art. Zum Beispiel wenn wir immer wieder ratloser Überraschung begegnen bei der Nachfrage, ob das Familienkaffee oder der Kinderflohmarkt stufenfrei sind. Wenn wir uns die größte Mühe geben, beim CSD mit dem Tempo mitzuhalten und eine Schlusslinie mit den anderen älteren, humpelnden oder Kinder tragenden Abgehängten bilden. Wenn bei der Spielplatzplanung Familien befragt werden, Behindertenverbände befragt werden, und zum Schluss niemand an die Bedarfe behinderter Eltern gedacht hat.”

Ein großer Dank geht an Julika für die fantastischen Illustrationen der teilnehmenden Familien! https://julika-prantner-weber.de/