Regenbogenfamilien in Sachsen

Viele Kinder in Sachsen wachsen in Familien auf, in denen sich mindestens eine Sorgeperson als lesbisch, schwul, bisexuell, trans, nichtbinär, inter und/oder queer verortet. Regenbogenfamilien sind in der ständigen Beweispflicht, eine „echte“ Familie und gute Eltern zu sein. Wir wollen uns mit Ungleichbehandlungen und Benachteiligungen nicht abfinden und für mehr Sichtbarkeit sorgen.

Bis zum 06. Juni stellen wir euch verschiedene Familien vor und lassen sie aus ihren Leben erzählen.

Das hier ist eine davon:

„Wir sind Maria, Isa und Theo. Ich (Isa) und Maria haben uns Anfang 2017 über eine App kennengelernt und es hat sofort super gepasst. 2019 haben wir beschlossen eine Familie zu gründen und uns für eine dänische Samenbank entschieden und im Sommer 2020 kam unser kleiner Theo zur Welt. Kurz vor seiner Geburt haben wir noch relativ spontan geheiratet, natürlich in erster Linie, weil wir uns lieben aber auch zu einem nicht unerheblichen Teil, weil Maria sonst gar keine Rechte an unserem gemeinsamen Kind hätte. So hat sie nun das “kleine Sorgerecht”.

Im Sommer, wenn wir dann endlich vier Jahre zusammenwohnen, könnte Maria Theo adoptieren. Wir hoffen aber immer noch sehr darauf, dass die Bundesregierung bis dahin ein neues Abstammungsrecht auf den Weg bringt, damit wir Maria einfach als zweite Mutter in die Geburtsurkunde eintragen lassen können und uns den ewig langen Prozess der Stiefkindadoption sparen können.

Bis auf diesen Punkt haben wir bis jetzt keine Diskriminierungen erlebt. Wir wohnen auf dem Dorf und werden wie jede andere Familie auch gesehen und behandelt. Die schönste Anekdote gab es letztens erst vor der Kita, als ein Mädchen aus Theos Kindergartengruppe feststellte, dass Theo zwei Mamas hat und das war für sie so ein Highlight, dass sie es immer wieder ihrem Papa erzählt hat. Wir haben herzlich gelacht und der Papa auch.“

Ein großer Dank geht an Julika für die fantastischen Illustrationen der teilnehmenden Familien! https://julika-prantner-weber.de/