01.05.2022: Internationaler Tag der Regenbogenfamilien: Gleichberechtigt vielfältig sein

Am 01. Mai 2022 ist der internationale Tag der Regenbogenfamilien – International Family Equality Day (IFED). Er setzt ein Zeichen für die weltweite Solidarität mit Regenbogenfamilien und deren Gleichstellung. Trotz der zunehmenden gesellschaftlichen Wahrnehmung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter*, nicht-binären oder queeren Lebensweisen ist dies ein wichtiger Tag. Denn auch in Sachsen sehen sich Regenbogenfamilien oder queere Menschen mit Kinderwunsch immer noch Ungleichbehandlung, mangelnder Sichtbarkeit und Rechtfertigungsdruck ausgesetzt.

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Queeres Netzwerk Sachsen fordert daher mehr Anerkennung gelebter familiärer Vielfalt und Regenbogenfamilien im Freistaat. Denn nach wie vor müssen Regenbogenfamilien Kinderwunschkliniken anderer Bundesländer aufsuchen und wird in Sachsen die assistierte Reproduktion bei lesbischen Ehepartner*innen nicht gefördert. Auch in Ämtern und Behörden laufen sie Gefahr, bei Adoptionen oder Pflegschaft nicht gleichwertig behandelt zu werden. Zudem braucht es in den Regelstrukturen der Beratung dringend mehr Fachkräfte, die über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt informiert sind. Kaum sichtbar sind trans* und nicht-binäre Personen mit Kinderwunsch sowie ihre Situation als Eltern: So werden beispielsweise trans* Männer, bei denen Vorname und Personenstand bereits geändert wurden, als „Mutter“ und mit altem Namen in die Geburtsurkunde des von ihnen geborenen Kindes eingetragen. Dies führt zu regelmäßigen ungewollten Offenbarungen und Rechtsunsicherheiten. Auch ist unklar, wie das bestehende Familienrecht mit dem Personenstand „divers“ und einem offenen Geschlechtseintrag umgeht. Eine geschlechtsneutrale Erfassung von Eltern/ Erziehungsberechtigten gibt es bisher nicht.

Sachsens Familienministerin Petra Köpping erklärt: „Familie ist dort, wo füreinander Verantwortung übernommen wird. Familienformen sind heute bunter und vielfältiger geworden. Regenbogenfamilien sind ein bereichernder Teil unserer Gemeinschaft. Ich möchte, dass wir diesen Familien mit Respekt und Offenheit begegnen. Für mich ist jede Familie gleich wertvoll.“

Wichtige Impulse für Sachsen und Verbesserungen für Regenbogenfamilien sehen die LAG Queeres Netzwerk Sachsen und ihre Mitgliedsvereine in den queerpolitischen Vorhaben der aktuellen Bundesregierung, die unter Anderem das Familien- und Abstammungsrecht reformieren will. Damit könnte soziale Elternschaft rechtlich besser abgesichert und langwierige und als entwürdigend wahrgenommene Stiefkindadoptionen innerhalb lesbischer Ehen hätten ein Ende.  

Die Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen widmet in den kommenden Wochen der Thematik verschiedene Formate und Veranstaltungen.