Unsere Forderungen

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, trans*- und inter*geschlechtliche und queere Menschen (LSBTTIQ*) gehören zur Lebensrealität in Sachsen. Sie sind jedoch noch immer nicht selbstverständlicher Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Um die Lebensqualität von LSBTTIQ* in Sachsen zu verbessern, fordern wir:

  • Umfassende Anerkennung und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und die Teilhabe von LSBTTIQ* in allen gesellschaftlichen Bereichen.
  • Lebensrealitäten und Bedarfe von LSBTTIQ* in allen Bereichen der Gesellschaft als selbstverständlich berücksichtigen. Systematische Erforschung der Situation von LSBTTIQ* im Rahmen einer sachsenweiten, vom Freistaat finanzierten Lebenslagenstudie und Ableitung entsprechender Konsequenzen. 
  • Gezielter Aus- und Aufbau queerer Selbsthilfestrukturen und Netzwerke in Kleinstädten und im ländlichen Raum durch dauerhafte organisatorische und finanzielle Unterstützung. Barrierefreier Zugang für LSBTTIQ* zu allen öffentlichen Beratungs-, Gesundheits-, Kultur- und Freizeitangeboten auch im ländlichen Raum.
  • Unbürokratische Anpassungen von Namen und Personenstand ohne Begutachtungspflicht. Altersgerechte, akzeptierende medizinische und psychotherapeutische Behandlungen insbesondere für Trans*- und Inter-Kinder und Jugendliche innerhalb der Transition.
  • Verbot von geschlechtszuweisenden, medizinisch nicht notwendige Operationen an nicht zustimmungsfähigen Personen. Niedrigschwelliger Zugang für Eltern von mit einer Variation der Geschlechtsmerkmale geborenen Kindern zu multidisziplinären und Peer-Beratungsangeboten in Sachsen.
  • Offene, akzeptierende, respektvolle und flächendeckende gesundheitliche Vorsorge, Versorgung und Nachsorge von LSBTTIQ* in jedem Alter und in allen Bereichen. Mehr Wertschätzung und Respekt für spezifische Bedarfe älterer LSBTTIQ* im sächsischen Pflegewesen. 
  • Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Unterrichtsthema in allen Fächern und in Schulbüchern bzw. Lernmedien. Verpflichtende Verankerung im sächsischen Rahmenlehrplan. Verbindliche Vorgaben zum Abbau diskriminierender Strukturen an Schulen.
  • Gleichwertige Anerkennung, Absicherung und Akzeptanz für gelebte familiäre Vielfalt in Sachsen. Völlige Gleichstellung von Familien mit LSBTTIQ*-Eltern. Umfassende Reformierung des Abstammungsrechts im Sinne eines modernen Familienrechts.
  • Anerkennung der Lebensrealitäten von LSBTTIQ* Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen. Berücksichtigung und Implementierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in den Angeboten und Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe für die Gewährleistung einer diskriminierungsfreien Entwicklung.
  • Sichere, dezentrale Unterkünfte für alle LSBTTIQ*-Geflüchtete, sowohl in den großen Städten als auch in den Landkreisen. Genaue und umfassende Prüfung der Lage von LSBTTIQ* in den Herkunftsländern bei der Bewertung von Asylanträgen. Insbesondere LSBTTIQ* aus kriminalisierenden Ländern brauchen umfassenden Schutz. Beachtung eines LSBTTIQ*-sensiblen Umgangs bei der  Auswahl von Sachbearbeiter*innen und Dolmetscher*innen im Rahmen von Asylverfahren, um die Gefahr homo- bzw. trans*feindlicher Äußerungen und falscher Übersetzungen zu reduzieren.
  • Wertschätzender Umgang mit LSBTTIQ* im Berufsleben und ein barrierefreier Zugang zum Arbeitsmarkt für alle.Konsequente Umsetzung der Verpflichtungen, die für Sachsen aus dem Beitritt zur Charta der Vielfalt folgen, auch für LSBTTIQ*-Beschäftigte. Implementierung von Konzepten für Diversity-Management in sächsischen Unternehmen, Gewerkschaften, Jobcenter, Arbeitsagenturen, Industrie-, Handels- und Handwerkskammern sowie Arbeitgeber- und Berufsverbänden. Sensibilisierung von Führungskräften, Belegschaften, Mitgliedern und Partner*innen für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt mit Unterstützung durch die sächsische Wirtschaftspolitik.
  • Barrierefreie Beteiligung an Sportangeboten und Wettkämpfen für alle Menschen in Sachsen. LSBTTIQ* in allen sportpolitischen Strategien, Konzepten und Programmen bedarfsgerecht berücksichtigen. Nachhaltige Verankerung von Bildungs- und Sensibilisierungsangeboten in der sächsischen Sportlandschaft.
  • Systematische und flächendeckende Aus- und Weiterbildung von Trägern und Einrichtungen sowie von Fachkräften im Sozialen, Erziehungs-, Bildungs- und Beratungsbereich (landesweit und kommunal) für die Themen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt