1 Jahr LAG Queeres Netzwerk Sachsen!

Am 12. Juni 2016 hatten sich 10 Vereine und Initiativen der LSBTTIQ*-Interessenvertretung aus dem ganzen Freistaat  zusammengeschlossen, um einen Dachverband zu gründen. Die Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen wurde aus der Taufe gehoben! Nach einem Jahr können wir heute gemeinsam auf große und kleine Schritte zurückblicken.

Wir haben eine Fachstelle im Herzen der Dresdner Neustadt, gut vernetzt und schmuck eingerichtet. Geführt von zwei hauptamtlichen Mitarbeiter_innen, dank deren Energie, Einsatz und Kreativität wir heute schon dort stehen, wo uns so mancher erst in einigen Jahren gesehen hätte – wenn überhaupt.

Wir sind gewachsen. Wir haben Verbündete gefunden, Entscheidungsträger_innen sensibilisiert, Freund_innen und Unterstützer_innen gewonnen.

Wir sind im ganzen Freistaat unterwegs und haben neue Gegenden kennengelernt – von Zwickau bis Görlitz, von Pirna bis Wurzen. Wir knüpfen Kontakte, koordinieren Veranstaltungen und erschließen uns den ländlichen Raum.

Wir erarbeiten uns neue Themen, sensibilisieren und klären auf: LSBTTIQ* in Alter und Pflege, Rechtsruck und Antidiskriminierungsarbeit, geschlechtssensible Pädagogik, Ehe und Lebenspartnerschaften, Familien.

Ein Beispiel aus der Praxis: Am 10. 06. 2017 fand in Niesky der Sächsischen Familientag 2017 statt. „Dieser Tag gehört den Familien, sie sind der Kern unserer Gesellschaft.“, meinte die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch. „Eine wesentliche Zielstellung des Familientages ist es, die Vielfalt generationenübergreifender sozialer und kultureller Projekte an diesem Tag erlebbar zu machen.“, steht auf der Homepage des Landkreises Görlitz.
Was aber ist Familie uns politisch eigentlich wert und was meint „Familie“ eigentlich? Was ist mit Patchwork-Familien, Alleinerziehenden, Regenbogenfamilien? Was bedeuten Religiosität und Migration für das Thema „Familie“ im 21. Jahrhundert? Diese Fragen stellt ein Sächsischer Familientag nicht – wir schon. Und wir wollen versuchen, Antworten für Sachsen zu formulieren.

Unsere Landesarbeitsgemeinschaft ist gerade einmal ein Jahr alt. Aber unser Netzwerk ist lebendig, aktiv und solidarisch. Unsere Mitglieder, ihre Erfahrungen und Kompetenzen, ihre Bedarfe und ihre Wünsche treiben uns an und schweißen uns zusammen. Wir arbeiten durch unser Netzwerk und für unser Netzwerk, damit Respekt, Akzeptanz und Vielfalt in Sachsen keine Lippenbekenntnisse bleiben.

Und wir haben gerade erst angefangen

CSD Dresden 2017 – „Warum nicht gleich?“ – 3 Tage gelebte Vielfalt

„Warum nicht gleich?“ – unter diesem Motto stand der Christopher Street Day 2017 in Dresden. Die Gleichbehandlung und die Anerkennung als gleichwertige Mitmenschen sind für LSBTTIQ* noch immer nicht vollumfänglich erreicht. Diskriminierung und Ausgrenzung können alle Menschen treffen. Für LSBTTIQ* trifft das (leider) noch immer in besonderer Weise zu – weltweit, in Sachsen und Dresden. Darauf aufmerksam zu machen ist stets ein Anliegen von Christopher Street Days. Der CSD in Dresden fragt 2017 deshalb zu Recht: „Warum nicht gleich?“.

Am Wochenende vom 26. bis 28. Mai 2017 zeigte Dresden, dass es auch anders kann. Von Freitag bis Sonntag fand das politische Straßenfest zum CSD auf dem Dresdner Altmarkt statt. Erstmals präsentierten sich dort 13 Vereine, Organisationen und Projekte gemeinsam mit dem CSD Dresden e.V. in einem großen Zelt. „Gelebte Vielfalt in Einigkeit unter einem Dach“ könnte Mensch dazu sagen. Die LAG Queeres Netzwerk Sachsen war drei Tage lang Teil dieser tollen Aktion. Unsere beiden hauptamtlichen Mitarbeiter_innen aus der Dresdner Fachstelle konnten bei dieser Gelegenheit auch gleich das frisch gedruckte Roll-Up und mit unserem neuen Logo vorstellen.

Gemeinsam mit den anderen Organisationen und Vereinen standen wir allen Besucher_innen Rede und Antwort, konnten unsere Arbeit vorstellen, Tipps geben, Hilfe anbieten oder einfach nur ein lockeres Gespräch führen. Präsenz im öffentlichen Raum, Sichtbarkeit für unser Netzwerk und unsere Mitglieder und Sensibilisierung für die Belange und Lebenswirklichkeiten von LSBTTIQ* in Sachsen – bei sommerlichen Temperaturen konnten wir unsere Themen gut platzieren.

Unser besonderer Dank gilt bei alledem: Aids-Hilfe Dresden e.V., Sisters of Perpetual Indulgence – Berlin, SLS „Der Bogenschütze“ Dresden e.V., Lederclub-Dresden e.V., SchLaU Dresden, Gerede E V Dresden, different people e.V., Mit Sicherheit verliebt – Dresden , Christlich-Schwul-Lesbischer Stammtisch Dresden, CSD Dresden e.V., Gaystammtisch 50 plus/minus, Elterngruppe und Gesundheitsamt Dresden/Aids-Beratung. Gemeinsam haben wir unsere ganze Vielfalt in Einigkeit gezeigt und gefeiert. Der CSD Dresden 2017 ist vorbei, unsere Arbeit geht weiter!